Miriam Wagner

Miriam Wagner, geboren in Weiden/Oberpfalz, studierte am Mozarteum in Salzburg und war anschliessend von 2003 bis 2006 fest am Theater in Erlangen engagiert. Am Schauspiel Frankfurt spielte sie die Kunigunde im «Käthchen von Heilbronn» unter der Regie von Armin Petras und besuchte 2006/2007 die w.i.w. Akademie Brandenburg (Leitung: Peter Zadek, Tom Stromberg). Am Schauspielhaus Zürich war sie in Christian Weises Inszenierung von «Ein Sommernachtstraum» (Koproduktion mit den Salzburger Festspielen) sowie in «Mein junges idiotisches Herz» zu sehen. Ausserdem spielte sie u.a. am Maxim Gorki Theater Berlin und zuletzt am Theater Augsburg unter anderem die Warja in Tschechows «Der Kirschgarten». Für ihre Rolle als Sichel in Paul Claudels «Das harte Brot» am Theater Augsburg gewann sie bei den Bayerischen Theatertagen 2010 den Darstellerpreis. Seit der Spielzeit 2012/2013 ist sie Ensemblemitglied am Theater Kanton Zürich. 

In welchem Augenblick war Ihnen definitiv klar, dass Sie ans Theater gehen?
Mit 18, ich kam als Au pair nach Paris und verknallte mich in einen blonden Barkeeper aus London. Der war Schauspieler.

Wie oft haben Sie diese Entscheidung bereut?
Bei jedem Kontoauszug.

Ihr härtester Blackout auf der Bühne?
Eine Sommernachtsraumszene zwischen Hermia und Helena im Wald am Schauspielhaus Zürich - es sollte ein schneller, sich reimender Wortwechsel sein und plötzlich war mein Kopf völlig leer. Als ich den Mund aufmachte kamen die Worte heraus: "Ja, bei mir auch alles im Eimer". Anschliessend sollten wir uns weinend in die arme Fallen. Ich hoffe bis heute, es war nicht zu erkennen, dass unsere Körper diesmal vor lachen bebten.

Was bedeutet Ihnen Applaus?
Alles, wenn ich selbst mit der Vorstellung zufrieden bin...

Ihr schönstes Theatererlebnis?
Zu meinen schönsten Theatererlebnissen gehört ein zwei Personen Stück, das wir in einem Auto in verschiedenen Städten in verschiedenen Sprachen aufgeführt haben, wir fuhren damit durch Paris und Barcelona, durch Salzburg und Kortrijk. Es dauerte 20 Minuten und ging dann wieder von vorne los - bis zu 16 mal an einem Abend, denn es hat ja immer nur Platz für drei Zuschauer. Das war sehr spannend, denn die sitzen einem direkt im Nacken und fühlen sich selber genauso beobachtet. Einmal höre ich, wie jemand alles, was wir sagen, ganz leise seinem Nebenmann simultan übersetzt. Das war sehr schön. Ein anderes Mal blieben wir  hinter einer Müllabfuhr stecken, genau in dem Moment, als ich meinem Partner sagen musste, das es aus ist und ich nichts mehr mit ihm anzufangen weiss. Fünf Minuten standen wir da und sahen zu, wie der Müll verladen wird und es war ganz still.

Wo und wann kamen Sie zum ersten Mal mit dem Theater in Kontakt?
In der Mehrzweckhalle Weiden in der Oberpfalz als eine Wandergruppe »Drei Schwestern« spielte

Was wären Sie geworden, wenn nicht Schauspielerin?
Vielleicht würde ich Torten Backen oder Kinder unterrichten. Vielleicht hätte ich mich getraut und wäre Dolmetscherin geworden. Dann würde ich jetzt in Paris leben und hätte einen Mann bei der NASA.

Mit welchem Autor (lebend oder tot) hätten Sie am liebsten ein Candlelightdinner?
Charles Bukowski - Wenn es mir zu bunt wird, kann ich immer noch in die Kneipe nebenan zu Woody Allen gehen

Für welchen Schauspieler schwärmten Sie in Ihrer Jugendzeit?
Heinz Rühmann. Das ist kein witz - Seine Filme hatten so schön viel Schmelz.

Welches ist Ihr liebster Ort im Kanton Zürich?
Die Badi unterer Letten bei schönem Wetter.

Welches Buch lesen Sie zurzeit?
»Alle Kühe dieser Erde« von Gary Larson

Welches ist Ihr Lieblingsfilm?
»La boum« 1 und 2

Welches ist Ihre Lieblings-LP/CD?
Züri West - Haubi Songs

In welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?
Jetzt.

Welchen Traum würden Sie sich unbedingt noch erfüllen?
Reisen, ausschlafen und Züridütsch reden. Fliessend und akzentfrei

Welches ist für Sie der schönste Moment des Tages?
Morgens, wenn mein Sohn gegessen hat und zum ersten Mal lacht.

Auf welche Frage wollten Sie immer schon mal antworten?
Wo haben sie so gut Schweizerdeutsch reden gelernt?

 

 

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