×

Holzers Peepshow

von Markus Köbeli

Hans junior
Bauern? 
Mit einer einzigen Kuh im Stall?

Hans
Was kann ich dafür, wenn sich die Landwirtschaft nicht mehr rentiert da oben? Beim Grossvater, da ging’s gerade noch. Waren auch andere Zeiten damals.

Hans junior
Du musst dich eben anpassen, der neuen Zeit.

Hans
So? Muss ich das?

Bei der Bauernfamilie Holzer herrscht Not: Die Landwirtschaft rentiert sich nicht mehr. Auch Nebenverdienste sind rar geworden und der Skilift, der das Einkommen im Winter sicherte, wird automatisiert. Zudem liegt ihr Hof abseits zwischen Tal- und Bergstation. Die Bustouristen legen auf dem nahegelegenen Parkplatz im besten Falle eine kurze «Pinkelpause» ein und hinterlassen Berge von Abfall. Wie könnten Holzers vom Tourismus profitieren? Die Familie – Vater, Mutter und zwei erwachsene Kinder – kommt auf eine Geschäftsidee. Mit einer raffinierten «Peepshow» möchten sie den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen: Wer Geld einwirft, bekommt eine heimelige Bauernstube mit idyllischer Familienszene geboten. Sogar der greise Grossvater muss mitspielen. Zu ihrem Erstaunen haben sie damit Erfolg und die Kasse füllt sich. Sie bieten alles auf, um die perfekte Schweizer-Show zu liefern. Ihre Vorstellungen werden immer absurder und strotzen vor unfreiwilliger Komik. Schliesslich bringt die «Peepshow» das Familiengefüge ins Wanken, eröffnet aber auch ungeahnte Chancen.

Lange vor Reality-TV und Swissness schrieb Markus Köbeli ein Stück über Selfmarketing und den Zusammenhang von Wohlstand, Wandel und Identität. Rüdiger Burbach inszeniert das Freilichtspiel, das durch den Kanton Zürich tourt und das Publikum mit sprühendem Witz und sarkastischem Humor zum Lachen bringt.

Markus Köbeli, geboren 1956 in Bern, studierte Germanistik, Geschichte, Ethnologie, Philosophie und Journalistik an der Universität Bern. Ab 1982 veröffentlichte er kabarettistische Hörspiele sowie Beiträge für die Schweizer- Radio-DRS-Sendungen «Schreckmümpfeli», «Zweierleier» und «Faktenordner». Er verfasste Texte für Satiresendungen des Schweizer Fernsehens wie z. B. «Viktors Spätprogramm». Er ist der Koautor von Viktor Giacobbos Rollen «Harry Hasler» und «Fredi Hinz». Köbeli schrieb zahlreiche Texte für seine damalige Lebenspartnerin Birgit Steinegger, bei deren Comedy-Show «Total Birgit» er als Regisseur mitwirkte. «Holzers Peepshow» wurde 1989 durch das Berner Ensemble am Festival «Auawirleben» uraufgeführt. In mehrere Sprachen übersetzt, wurde es auf zahlreichen schweizerischen und europäischen Bühnen gespielt.

Regie

Rüdiger Burbach

Bühne und Kostüme

Beate Fassnacht

Dramaturgie

Ann-Marie Arioli

Regieassistenz

Katharina Stark

Mit:

Katharina von Bock, Michael von Burg, Stefan Lahr, Anja Rüegg, Nils Torpus

Premiere

15.05.2021

Freilichtpremiere

Spieldauer

ca. 80 Min.

Zeitgenössisches Schweizer Volksstück/ Freilichttheater ab 12 Jahren

Nächste Vorstellungen

    Trailer zum Stück