Das Ende vom Anfang

von Sean O’Casey | Regie: Felix Prader

Deutsch von Johanna und Martin Walser

«Das Lachen ist eine fröhliche Erklärung des Menschen, dass das Leben lebenswert ist.» Sean O’Casey

Die komische Katastrophe beginnt, als sich Bauer Darry Berrill, wie schon so oft, mit seiner Frau Lizzie über die Frage streitet, wer von ihnen die schwerere Arbeit zu leisten habe. Aufgrund dessen tauschen sie die Rollen: Lizzie geht mähen und Darry stürzt sich in die Hausarbeit, unterstützt von seinem halbblinden Freund und Nachbarn Barry Derrill. Die beiden frisch gebackenen Helden des Haushalts tappen von einer Katastrophe in die nächste, denn in O‘Caseys Slapstick-Klassiker vollzieht sich der Untergang der Berrillschen Küche als Kampf mit den Tücken der Haushaltsobjekte in immer neuen Clownerien bis zum fulminanten Showdown …

Am Ende gibt es keine Gewinner, aber eine Gewissheit: dass wir uns nicht einzubilden brauchen, den ganz normalen Wahnsinn des täglichen Lebens beherrschen zu können.

Sean O'Caseys «Das Ende vom Anfang» ist ein Meilenstein irisch-britischen Humors, inszeniert von Felix Prader, der zuletzt mit grossem Erfolg «Die Grönholm-Methode» am Theater Kanton Zürich in Szene setzte.

Sean O'Casey, geboren 1880, war ein irischer Freiheitskämpfer, Sozialist und Dramatiker. Durch die kritischen Darstellungen des irischen Freiheitskampfes in seinen Werken gilt er als einer der grössten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. In einem Dubliner Slum wurde er als letztes von 13 Kindern protestantischer Eltern geboren und «auf der Strasse» erzogen. Er war Botenjunge, Bau- und dann Bahnarbeiter. Der Autodidakt trat der Gälischen Liga und der Gewerkschaft bei und verfasste Kampfschriften. Beim Osteraufstand 1916 wurde er verhaftet und entging nur knapp der Exekution. Danach begann O’Casey mit grossem Erfolg, sozial- und gesellschaftskritische Theaterstücke zu schreiben. Von 1923 bis 1927 wurden sie ausnahmslos am legendären Dubliner Abbey Theatre aufgeführt. Als 1927 jedoch O’Caseys Antikriegsstück «The Silver Tassie» von dessen Direktor William Butler Yeats abgelehnt wurde, wanderte er nach England aus. In seinem selbsterwählten Exil starb 1964 der Revolutionär, der zum Schriftsteller geworden war und dessen Werk, nach Heinrich Böll, «biblische Ausmaße und Größe» besitzt. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen neben «Das Ende vom Anfang» (1937) noch «Juno und der Pfau» (1924, verfilmt von Alfred Hitchcock) sowie «Purpurstaub» (1940–45).

Felix Prader, geboren 1952 in Zürich, begann als Regieassistent bei Horst Zankl am Theater am Neumarkt, war dann Assistent von Peter Stein, Klaus Michael Grüber und Robert Wilson an der Berliner Schaubühne, wo er mehrere Male inszeniert hat, u.a. Robert Walsers «Familienszenen» und 1995 die deutschsprachige Erstaufführung von Yasmina Rezas «Kunst», die immer noch zu sehen ist: mittlerweile am Burgtheater Wien. Mit seiner Inszenierung von Javier Tomeos «Mutter und Söhne» war er zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Darüber hinaus hat er u.a. in Genf, Basel, Bern, Zürich, Düsseldorf, Bochum, Köln, Mainz, in den USA, in Frankreich und in Spanien als freier Regisseur gearbeitet. Er ist Übersetzer von Theaterstücken, hat mehrere Romane für die Bühne bearbeitet und unter anderem an der französischen nationalen Schauspielschule in Strassburg und am Mozarteum in Salzburg unterrichtet.

Regie: Felix Prader

Bühne und Kostüme: Werner Hutterli

Es spielen: Silke Geertz (Lizzie Berrill) Stefan Lahr (Barry Derrill) Andreas Storm (Darry Berrill)

Premiere: 26. Januar 2012

Spieldauer: ca. 70 Minuten. Keine Pause.

«Eine grandiose Groteske. Und ein Endspiel zugleich.» Der Landbote

«Kein Wunder, fühlt sich das Publikum in diesen kurzweiligen 70 Minuten, gemäss dem Motto, nachdem die Schadenfreude ja bekanntlich die schönste aller Freuden sein soll, bestens unterhalten.» Thurgauer Zeitung

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