Die Eisbärin

Klassenzimmerstück von Eva Rottmann. Uraufführung
«Plötzlich geht eine Tür auf und du fällst ohne Vorwarnung aus 1000 Meter Höhe aus deinem Leben raus, es passiert einfach so und von aussen sieht es dir keiner an.»
Eine junge Frau platzt ohne Vorwarnung in den Unterricht. Sie ist eine bekannte Youtuberin und für einen «Prank» (engl. für «Streich») stürmt sie das Klassenzimmer, in dem sie einst selbst als Schülerin gesessen hat. Während sie ihr neues Youtube-Video aufzeichnet, verhandelt sie Fragen der Selbstinszenierung und der Realitätsverwertung in den sozialen Medien. Ich poste, also bin ich. Oder war es umgekehrt? Mit Socialmedia kann jede/r ein bisschen zum Star werden, Instagram und Co. sind der Glitzer auf dem Alltag, mit dem auch ganz banale Ereignisse (mein Frühstück, meine neue Maniküre, meine Katze auf dem Fensterbrett) verwertbar werden. Likes sind die neue soziale Währung. Wie weit gehe ich, um zu gefallen? Diese Frage ist nicht erst seit Socialmedia aktuell, Identitätssuche im Spiegel der Anderen haben bis anhin noch jede heranwachsende Generation umgetrieben. Der Radius hat sich mit Socialmedia vergrössert und dies birgt neue Gefahren – eröffnet aber auch neue Möglichkeiten. 
 
Eva Rottmann schreibt dieses Stück, das sich auch mit der grassierenden Handy- und Spielsucht beschäftigt, im Auftrag für das Theater Kanton Zürich. Zielpublikum sind Schülerinnen und Schüler von 10 bis ca. 13 Jahren. Das Stück kommt ohne technischen Aufwand ins Schulhaus und hat die Länge einer Unterrichtslektion. Im Anschluss daran gibt es eine zweite Lektion, die u.a. ein Nachgespräch mit der Schauspielerin und der Theaterpädagogin Rebekka Spinnler umfasst.
 
 
Eva Rottmann wuchs in Wertheim am Main auf. 2004 begann sie ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste am Departement Darstellende Künste und Film. Bereits während ihres Studiums entwickelte sie zahlreiche Theaterprojekte, vor allem mit Jugendlichen. 
Ihr erstes Theaterstück «Eidechsen und Salamander» wurde mit dem Kathrin-Türks-Preis und dem deutsch-niederländischen Jugend­dramatikerpreis «Kaas und Kappes» ausgezeichnet. 2008/09 nahm Eva Rottmann am Stück Labor Basel teil und erhielt den Publikumspreis für ihr Stück «Skills», das 2012 auch mit dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschien 2017 ihr Stück «Wälder im Frühling» (alle Stücke werden vertreten vom Felix Bloch Erben Verlag Berlin). 
 
Klaus Hemmerle, Jahrgang 1960, lebt in Singen/Hohentwiel und in Zürich. Ausbildung an der Schauspielakademie Zürich, als Schauspieler engagiert am Schauspielhaus Zürich, am Theater der Stadt Heidelberg, bei den Hersfelder Fest­spielen und am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart. Seit 2004 freischaffender Regisseur. Immer wieder Inszenierungen im Kinder- und Jugendtheater: regelmässig für das JES in Stuttgart (Stückentwicklungen: «Bonnie&Clyde», «Schwabenkinder», «h.e.i.d.i. – Heimat entsteht in deinem Inneren»). Am Theator Kanton Zürich 2011/12 «Wir alle für immer zusammen» von Guus Kuijer. Lehrauftrag für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart seit 1999. 
 
Regie: Klaus Hemmerle
Es spielt: Judith Cuénod
Für Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahren
Premiere: 27. September 2018 
Unterstützt von: SwissCasinos
Sprache: Dialekt und Hochdeutsch
 
Informationen zu möglichen Terminen/ Ablauf/Vermittlungsangeboten erhalten Sie bei der Verantwortlichen für Theater und Schule, Theaterpädagogin Rebekka Spinnler, 052 232 90 42, r.spinnler@tkz.ch.
 
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