Die Grönholm-Methode

von Jordi Galceran | Regie: Felix Prader

Deutsch von Stefanie Gerhold

«Wir suchen nicht einen guten Menschen, der nach aussen ein Arschloch ist. Was wir suchen, ist ein Arschloch, das nach aussen ein guter Mensch ist.»

Top Dogs auf dem Prüfstand: Vier Bewerber haben sich zur Endrunde des Auswahlverfahrens für eine äusserst attraktive Managerposition eingefunden. Sie werden mit einer ungewöhnlichen Bewerbungssituation konfrontiert: es gilt, unterschiedliche Aufgaben zu lösen, wobei die vier ganz auf sich gestellt sind. Jeder einzelne muss sich bewähren, ohne wirklich zu wissen, mit welchem Ziel die Aufgaben gestellt wurden oder was von ihnen erwartet wird. Schon die erste Aufgabe sät Misstrauen: unter den Bewerbern scheint sich ein Vertreter der Personalabteilung zu befinden. Beim Kampf um den begehrten Posten, der immer ungewöhnlichere Mittel fordert, wird auch das Privatleben der Bewerber nicht ausgespart.

Der spanische Theater- und Drehbuchautor Jordi Galceran hat ein hoch spannendes Stück über die groteske Entmenschlichung und den täglichen Psychowahnsinn der modernen Arbeitswelt geschrieben. Er beschreibt eine Situation, die von der unerbittlichen Konkurrenz zwischen Arbeitssuchenden und gleichzeitig sehr unterhaltsam vom Wahn um die Ressource Mensch erzählt. Ein besonderer Reiz liegt in der Dramaturgie des Stückes, die einige überraschende Wendungen bereit hält. Seit der Uraufführung 2003 avancierte die «Grönholm-Methode» zum internationalen Erfolgsstück.

Felix Prader, geboren 1952 in Zürich, begann als Regieassistent bei Horst Zankl am Theater am Neumarkt, war dann Assistent von Peter Stein, Klaus Michael Grüber und Robert Wilson an der Berliner Schaubühne, wo er mehrere Male inszeniert hat, u.a. Robert Walsers «Familienszenen» und 1995 die deutschsprachige Erstaufführung von Yasmina Rezas «Kunst», die immer noch – mittlerweile am Burgtheater Wien – zu sehen ist. Darüber hinaus hat er u.a. in Genf, Basel, Düsseldorf, Bochum, Köln, in den USA, in Frankreich und in Spanien als freier Regisseur gearbeitet. In der vergangenen Spielzeit inszenierte er «Die Reifeprüfung» am Wiener Volkstheater und «Sechs Personen suchen einen Autor» von Luigi Pirandello am Staatstheater Mainz. Er ist Übersetzer von Theaterstücken, hat mehrere Romane für die Bühne bearbeitet und u.a. an der französischen nationalen Schauspielschule in Strassburg und am Mozarteum in Salzburg unterrichtet. Am Theater Kanton Zürich hat er noch «Das Ende vom Anfang» (2012) und «Der Gott des Gemetzels» (2013) inszeniert.

Regie: Felix Prader

Bühne und Kostüme: Werner Hutterli

Es spielen: Katharina von Bock (Susanne Kirchner), Stefan Lahr (AlexTrager), Andreas Storm (Sebastian Rupp), Brencis Udris (Andreas Schönmann)

Premiere: 23. September 2010

Spieldauer: ca. 70 Minuten. Keine Pause.

«Katharina von Bock wechselt von abgeklärter Kühle zu berechnender Freundlichkeit, der dynamische Brencis Udris ist wie Haargel, erst schmierig, dann zerbrechlich, Stefan Lahr ist so unmöglich, dass man mit ihm keine Sekunde im Lift stecken bleiben möchte, und Andreas Storm, ja, Andreas Storm ist einfach wunderbar kompliziert und ein Sibesiech aufs Mal. Gerades Theater ohne viel Schnickschnack, bei dem man bestens unterhalten wird.» Tages-Anzeiger

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