Dinner für Spinner

Komödie von Francis Veber

Deutsch von Ursula Lyn und Peter Gilbert

Pierre
Komm mit. Die Dinners sind unglaublich komisch.
Christine
Komisch? Einen armen Menschen einzuladen, um den ganzen Abend über ihn zu lachen?
Pierre
Das ist ein Spinner… ein totaler Arsch! Über Ärsche soll man lachen – was denn sonst?

Der Verleger Pierre Brochant und seine Freunde haben ein zynisches Hobby. Regelmässig veranstalten sie sogenannte «Dinner für Spinner», zu denen jeder abwechselnd einen möglichst absonderlichen Freak mitbringt: «Die Idioten wissen natürlich nicht, warum sie ausgewählt wurden und der Spass dabei ist, sie reden zu lassen», prahlt Brochant. Für das anstehende Treffen meint Brochant, das ganz grosse Los gezogen zu haben. Sein Spinner des Abends ist François Pignon, ein einfacher Angestellter beim Finanzamt und leidenschaftlicher Streichholz-Modell-Hobbybastler. Ein absoluter Weltklasse-Obertrottel, der sich stundenlang über das heikle Problem der Tragfähigkeit bei einer Rekonstruktion der Golden Gate Bridge aus 346422 Zündhölzern auslassen kann. Brochant ist voller Vorfreude – da ereilt ihn ein Hexenschuss. Als kurz darauf Pignon vor der Tür steht, um ihn zum Dinner abzuholen, ist Brochant ihm hilflos ausgeliefert. Tatsächlich bringt François Pignon durch einen Amoklauf der Tollpatschigkeit das Leben des Verlegers innerhalb weniger Stunden völlig durcheinander. Er vertreibt Brochants Ehefrau, bevölkert dessen Wohnung mit ungebetenen Gästen und informiert einen befreundeten Finanzprüfer über die unversteuerten Vermögenswerte des Verlegers – das alles mit den besten Absichten, seinem neuen Freund zu helfen. Am Ende dieser turbulenten Screwball-Komödie stellt sich die Frage, wer hier der eigentliche Spinner ist.

Eine Komödie par excellence: Schräg, rasant, mit geschliffenen Dialogen, pointensicher, bewährt französisch lustig – vom Autor 1997 mit grossem Erfolg verfilmt.

Francis Veber, Sohn eines Schriftstellerpaars, studierte zuerst Medizin und Geologie, bevor er beim Rundfunk seine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte. Veber schrieb zahlreiche Drehbücher für den französischen und internationalen Film. Seine Boulevardkomödie «Dinner für Spinner» (frz. «Le Dîner de Cons») wurde 1993 in Paris uraufgeführt. Veber verfasste auch die Drehbücher zu «Der grosse Blonde mit dem schwarzen Schuh», «Die Filzlaus» und «Ein Käfig voller Narren».

Felix Prader, geboren 1952 in Zürich, begann als Regieassistent bei Horst Zankl am Theater am Neumarkt, war dann Assistent von Peter Stein, Klaus Michael Grüber und Robert Wilson an der Berliner Schaubühne, wo er mehrere Male inszeniert hat. Darüber hinaus hat er u.a. in Genf, Basel, Bern, Zürich, Düsseldorf, Bochum, Köln, Mainz, in den USA, in Frankreich und in Spanien als Regisseur gearbeitet. Seine Schaubühnen-Inszenierung von Javier Tomeos «Mütter und Söhne» wurde 1991 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Er ist Übersetzer von Theaterstücken, hat mehrere Romane für die Bühne bearbeitet und unter anderem an der französischen nationalen Schauspielschule in Strassburg und am Mozarteum in Salzburg unterrichtet. Am Theater Kanton Zürich hat er «Die Grönholm-Methode», «Das Ende vom Anfang», «Der Gott des Gemetzels» sowie das letztjährige Freilichtstück «Volpone» inszeniert. Anfang 2014 hatte seine Inszenierung von Hermann Bahrs «Das Konzert» am Wiener Burgtheater Premiere.

Regie: Felix Prader
Bühne: Werner Hutterli
Kostüme: Jessica Karge
Es spielen: Katharina von Bock, Stefan Lahr, Alexander PeutzAndreas Storm, Siegmund Tischendorf

Premiere: 10. März 2016

«Das Publikum hatte seinen grossen Spass.» Der Landbote

«Eine prima Kammerstudie in Verlogenheit.» P.S.

«Es sind die zwei grossen Stunden von Andreas Storm, der diesen Pignon spielt – und wie er das macht, ist grossartig.» Der Landbote

 

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