Dracula

nach dem Roman von Bram Stoker | Regie: Manuel Bürgin

Faith is believing, what you know ain't so.
frei nach Mark Twain

Mit seinem Freilichttheater begibt sich das Theater Kanton Zürich in diesem Jahr auf die Suche nach dem Mythos Dracula. Regisseur Manuel Bürgin hat mit seinem Team, bestehend aus Kathrine von Hellermann (Bühnenbild), Regine Standfuss (Kostüme) und Sandro Corbat (Live-Musik) bereits bei Max Frischs Don Juan, der Sommerproduktion 2011 gezeigt, wie man eine literarische Legende witzig, charmant, berührend und teilweise auch gespenstisch auf die Bühne unseres Open-Air-Theaters zaubert.

England, Ende des 19. Jahrhunderts: Vor Whitby, einem malerischen Seebad, braut sich eines Nachts ein fürchterlicher Sturm zusammen. Ein Schiff, das Kisten mit Erde aus Transsilvanien geladen hat, läuft auf Grund. An Bord befindet sich nur noch der Leichnam des Kapitäns und ein sehr grosser Hund, der gleich ans Ufer springt und im Dunkel verschwindet. Im Logbuch des Schiffs ist Schreckliches aufgezeichnet: offenbar ist die Mannschaft von einem Unbekannten, der im Nebel auftaucht und verschwindet, nach und nach dezimiert worden. Zur gleichen Zeit erhält die junge Lucy Westenra Besuch von ihrer besten Freundin Mina. Schon bald beginnt sich Mina Sorgen um Lucy zu machen, denn diese schlafwandelt bis auf die Klippen, und kehrt blass und ausgezehrt nach ihren nächtlichen Ausflügen zurück. Ausserdem fallen Mina zwei rote Punkte an Lucys Hals auf, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann. Mina hat noch andere Sorgen: Ihr Verlobter Jonathan Harker ist vor einigen Wochen nach Transsilvanien gereist, um Immobiliengeschäfte mit einem gewissen Graf Dracula abzuschliessen. Doch seit Tagen hört sie nichts mehr von ihm. Bis plötzlich ein erlösendes Telegramm aus Budapest eintrifft: Jonathan liegt dort, nervlich schwer zerrüttet, in einer Klinik. Mina bricht sofort auf und lässt Lucy in der Obhut von Dr. Seward, dem Leiter der hiesigen Nervenklink. Doch auch er kann nicht verhindern, dass Lucy immer mehr verwelkt, panisch bittet er seinen Mentor, Professor Abraham van Helsing, um Hilfe. Van Helsing ahnt die Gefahr und besorgt erst einmal Knoblauch…

Bram Stokers «Dracula» ist die Initialzündung für alle Vampirgeschichten, das Theater Kanton Zürich bringt den Horror in lauen Sommernächten witzig, schaurig und musikalisch auf die Bühne unseres Freilichttheaters.

Bram (Abraham) Stoker, geboren am 8. November 1847, gestorben am 20. April 1912, Theaterkritiker, -manager und -leiter, schuf 1897 mit seinem Dracula den wohl berühmtesten Vampir aller Zeiten. Stoker hörte 1890 von dem renommierten ungarischen Orientalisten Hermann Vambéry, den er in seinem Roman auch erwähnt, von dem Pfähler Vlad Tepes. Von da an liess ihn die Gestalt dieses Fürsten nicht mehr los. 1897 erschien sein Roman Dracula, in dem der Graf ziemlich deutlich als Tepes zu identifizieren ist.

Manuel Bürgin, geboren 1975 in Reigoldswil, studierte von 1997 bis 2000 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich. 2000 erhielt er den Förderpreis der Armin Ziegler Stiftung. Von 2000 bis 2005 war er Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum und arbeitete dort unter anderem mit den Regisseuren Jürgen Gosch, Niklaus Helbling und Karin Henkel. Seit 2005 ist er als freischaffender Schauspieler, Autor und Regisseur in der Schweiz tätig und arbeitete u.a. am Theater an der Winkelwiese, Theater Basel und am Théâtre Vidy Lausanne mit Stephan Roppel, Antje Thoms und Gian Manuel Rau. 2008 gründete er zusammen mit Kathrine von Hellermann und Sandro Corbat die Gruppe FAX AN MAX und realisierte im Februar 2009 seine erste Regiearbeit Kim Jong Il – Der ewige Sohn in der Kaserne Basel. Darauf folgten Gastspiele in Zürich, Bern und am Festival «Premières» in Strassburg. Im Februar 2010 inszenierte er Gaël Roths Stück Peter der Zweite, das am Theater an der Winkelwiese, im Schlachthaus Theater Bern und im Theater Roxy Birsfelden zu sehen war. Im März 2011 hatte in der Kaserne Basel die nächste Arbeit von FAX AN MAX, Fortschritt, ein Projekt nach Louis-Ferdinand Céline, Premiere. Im Schlachthaus in Bern inszenierte er 2011 die Schweizer Erstaufführung von Daniel Mezgers Balkanmusik. 2012 zeigt FAX AN MAX am Theater an der Winkelwiese die Uraufführung von Gaël Roths neuem Stück CHININ. Am Theater Kanton Zürich ist er auch als Schauspieler, in Oscar Wildes Bunbury und als Clavigo in Goethes gleichnamigem Stück zu sehen.

Es spielen: Sandro Corbat (R.M. Renfield/Musiker) Judith Cuénod (Lucy Westenra/Dracula) Gerrit Frers (Dr. John Seward/Dracula) Vivianne Mösli (Mina Murray/Quincey P. Morris) Andreas Storm (Prof. Abraham van Helsing) Brencis Udris (Arthur Holmwood/Jonathan Harker)

Regie: Manuel Bürgin

Bühne: Kathrine von Hellermann

Kostüme: Regine Standfuss

Musik: Sandro Corbat

Premiere: 28. Mai 2013 in Fehraltorf

Spieldauer: ca. 2 Stunden. Eine Pause.

«In Winterthur wütet ein grandioser Dracula» Tages-Anzeiger

«Ein tolles Ensemble» Der Landbote

«Ein schaurig-schöner Theaterabend» Neue Zürcher Zeitung

 

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