Festland

von Markus Werner | Regie und Dramatisierung Hannes Glarner | Uraufführung

«Du bist ein begabter Träumer gewesen, sagte ich, was aber geschah, als Traum und Wirklichkeit zusammentrafen? – Der Vater hörte mich nicht. Nach einer langen Pause sagte er: Julia, was wird bleiben, wenn die Erotik und alles, was mit ihr so umfassend und spannend zusammenhängt, versandet?»

Julia Stoll ist 26, lebt in Zürich und hat gerade ihr Studium beendet. Sie weiss nicht recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, zumal auch die Beziehung zu ihrem Freund Josef in einer Sackgasse steckt. Völlig unerwartet erreicht sie der Anruf ihres leiblichen Vaters, den sie seit ihrem fünften Lebensjahr nicht mehr gesehen hat. Kaspar Steinbach steht ebenfalls an einem Wendepunkt in seinem Leben. Nach all den Jahren hat er das Bedürfnis seine Tochter zu sehen. Julia ist neugierig auf den fremden Vater, mit dem sie nichts verbindet und den sie sich immer als «Bürobiedermann, schäbig, blutleer und viertelsgebildet» vorgestellt hat. Doch etwas treibt sie um und sie muss es wissen: «Kannst du dich zufällig erinnern, wie ich entstanden bin?» Später wird der Vater auch davon erzählen, zuvor vertraut er ihr die berührende Geschichte seiner unerwiderten Liebe zur mittlerweile tödlich verunglückten Mutter an. Für Lena Stoll war das Verhältnis zu Kaspar Steinbach nicht mehr als eine Affäre, die allerdings in mehrfacher Hinsicht nicht folgenlos bleiben sollte …

In «Festland» schildert Markus Werner auf unnachahmlich lakonische und tragikomische wie zärtliche Weise die Geschichte einer schwierigen Annäherung. Aber auch sehr mitfühlend und intensiv von einer unglücklichen Liebe vor langer Zeit. «Was mich so berührt hat: der wunderbare Ton dieses Buches», sagte Marcel Reich-Ranicki über «Festland».

Hannes Glarner wurde 1960 in Zürich geboren. Dort Schulen, Studium der Literatur- und Musikwissenschaft. 1991 Doktorat im Bereich «Sturm und Drang». 1989 bis 1993 Regieassistent und Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. Ab 1993 freier Autor, Schauspieler und Regisseur an diversen Theatern in der Schweiz und in Deutschland, u.a. Staatstheater Stuttgart, Theater Basel, Theater Neumarkt, Schauspielhaus Zürich. Seit 1995 Hörspielschreiber und -regisseur bei Radio DRS 1 und 2. Seit 2001 Autor, Regisseur und Schauspieler bei der Zürcher Theatergruppe «The Lucky Artist Company». Diverse Preise und Ehrungen: u.a. Einladung zum Berliner Theatertreffen mit «InSekten» des Theaters Neumarkt (1994), Zürcher Radiopreis (2002), Prix Suisse (2003), Prix Italia (2003), Choreographiepreis mit «Dada Congressus» am teatro festival roma (2009).

Regie: Hannes Glarner

Bühne: Nino Kündig

Kostüme: Rudolf Jost

Es spielen: Vera Bommer (Julia Stoll) Stefan Lahr (Kaspar Steinbach)

Premiere: 10. März 2011

Dauer: ca. 75 Minuten, keine Pause.

«Festland bietet anderthalb Stunden packendes Theater.»  Schaffhauser Nachrichten

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