Volpone

nach Ben Jonson | Bearbeitung und Regie: Felix Prader

 

Volpone: Oh Geld, geliebtes Geld, Du seist gelobt.
Oh Geld, Du Licht in meiner finstern Nacht.
Erleuchte meine Wege, gib mir Kraft.
Oh Geld, was bin ich ohne Dich? Ein NICHTS!
Nur Du gibst meinem Leben Sinn und Halt!
Oh Mammon, Mammon, Herrlicher, Du GOTT!
Wer Dein Gesetz beherrscht, ist auserwählt!
Er kauft sich Liebe, Ehre, Ruhm, KAUFT LUST!
Mit Dir erhebt er sich zum Herrn der Welt!

Volpone ist unermesslich reich, er hortet einen riesigen Goldschatz, den er mit niemandem teilen muss: Er hat weder Frau noch Kinder, noch Eltern oder Freunde. Vier mehr oder weniger angesehene Stützen der Gesellschaft lauern daher auf sein Erbe: Voltore, der Advokat; Corbaccio, ein alter Wucherer; Corvino, ein Kaufmann sowie die Kurtisane Canina. Volpone spielt mit ihnen ein lustvolles und boshaftes Spiel: er macht sie mit Unterstützung des Schmarotzers Mosca glauben, er liege im Sterben. Daraufhin hagelt es Geschenke von den Erbschleichern, denen der Kerngesunde jeweils das komplette Erbe verspricht. Dafür will er Gegenleistungen – aber wie weit gehen die Bürger in ihrer Gier nach seinem Geld? Volpone testet die Grenzen aus und treibt den Preis für seinen Tod immer höher. Verkaufen die Erbschleicher ihre Würde, ihren Stolz, das Erbe ihrer Kinder – am Ende sogar die eigene Frau? Gnadenlos hetzt Volpone die betrogenen Betrüger in extreme Entscheidungen. Eine atemlose Komödie um Geld, Gier, Gold und Geiz.

«Volpone, or The Fox» heisst das Stück im Original. Nicht nur der Titelfigur lässt sich ein Tier zuordnen. Voltore, der Name des Advokaten, ist vom lateinischen Wort für Geier abgeleitet; Corbaccio von Rabe; Corvino von Krähe. In der Fabel, auf die sich Jonson bezieht, legt sich der Fuchs ins Feld zwischen die Spreu, verdreht die Augen und stellt sich tot, um aasfressendes Federvieh anzulocken. Doch alle, die angeflogen kommen, um sich über den Fuchs herzumachen, werden dessen flinke Beute – wie Geier, Rabe und Krähe in Ben Jonsons Stück von 1606. Neu gegenüber der Fabel ist die Figur des Schmarotzers: Mosca bedeutet Schmeissfliege … 

Ben Jonson (1572 bis 1637), war ein englischer Dramatiker und Dichter. Seinen Durchbruch hatte er 1598 mit «Every Man in his Humour». Kurz darauf tötete er einen Mann im Duell und landete im Gefängnis, entging aber der Todesstrafe. Seine Karriere als Autor hatte ihren Höhepunkt zwischen 1603 und 1612. Mit dem neun Jahre älteren William Shakespeare verband Ben Jonson Freundschaft und künstlerische Rivalität: Shakespeare trat nicht bloss in seinen Stücken auf, man betrank sich auch gemeinsam in Londoner Kneipen. Jonson war seinem Selbstverständnis nach detailgetreuer Realist, Shakespeares wilde Phantasie behagte ihm nicht immer. Eifersüchtig musste er jedoch nicht sein: Er war zu seiner Zeit der Berühmtere, unter James I. genoss Jonson hohes Ansehen. Neben seinem Meisterstück «Volpone» (1606) sind es die Komödien «Das schweigsame Weib» (1609) und «Der Alchimist» (1610), die von seinem Werk blieben. 
 

Regie: Felix Prader

Bühne und Kostüme: Werner Hutterli

Es spielen: Nicolas Batthyany (Leone) Katharina von Bock (Canina), Gerrit Frers (Mosca), Daniel Hajdu (Voltore), Anna König (Colomba), Stefan Lahr (Corbaccio), Ursula Reiter (Polizistin, Richterin), Alexander Maria Schmidt (Corvino), Andreas Storm (Volpone).

Freilicht-Premiere: 21. Mai 2014 in Bülach
Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden, Pause nach dem 3. Akt.
 

«Eine glänzende Freilichtpremiere.» Der Landbote

«Andreas Storm ... und Gerrit Frers ... sind ein herrliches Duo.» Tages-Anzeiger

«Eine sensationelle schauspielerische Leistung und ein Stück voller Witz und Humor.» Zürcher Unterländer

«Eine amüsante Sommerkomödie mit einem ausgesprochen spielfreudigen Ensemble.» Radio SRF1

«Jeder Schauspieler, jede Schauspielerin kann sich da grandios in Szene setzen.» Der Landbote

«Durchwegs überzeugendes Ensemble.» NZZ

«Ein vergnüglicher Abend.» Tages-Anzeiger

 

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