Der Geizige

von Molière
LA FLÈCHE Gut, ich gehe. 
HARPAGON Warte. Lässt du nichts mitgehen?
LA FLÈCHE Was sollte ich bei Ihnen mitgehen lassen? 
HARPAGON Komm her; lass mich nachsehen. Zeig die Hände. 
LA FLÈCHE Da. 
HARPAGON Hast du da nichts reingesteckt? 
LA FLÈCHE Sehen Sie selber nach. 
HARPAGON Genau das habe ich vor. 
LA FLÈCHE Die Pest hole den Geiz und die Geizhälse! 
HARPAGON Wie? Was sagst du? 
LA FLÈCHE Ich sage: die Pest hole den Geiz und die Geizhälse! 
HARPAGON Wen meinst du damit? 
LA FLÈCHE Geizhälse. 
HARPAGON Und wer sind diese Geizhälse? 
LA FLÈCHE Blutsauger und Ausbeuter.
HARPAGON Aber wen meinst du damit? 
LA FLÈCHE Glauben Sie vielleicht, ich meine Sie? 
HARPAGON Dir gebe ich gleich eins ...
HARPAGON Los, gibs mir zurück, auch ohne Durchsuchung. 
LA FLÈCHE Was? 
HARPAGON Was du mir gestohlen hast. 
LA FLÈCHE Ich habe Ihnen überhaupt nichts gestohlen.

Im Haus von Madame Harpagonne regieren Geld und Geiz. Wenn es um Gewinnmaximierung geht, macht die Hausherrin auch nicht vor ihren Kindern halt. Um ihr Vermögen zu sichern und die Ausgaben zu kürzen, möchte sie ihre Tochter Cléantine und ihren Sohn Elison ohne Mitgift möglichst profitabel verheiraten. Doch Cléantine liebt den mittellosen Marlon, auf den auch Harpagonne ein Auge geworfen hat, und Elison liebt die Hausangestellte Valérie. Als schliesslich auch noch eine grosse Summe Bargeld verschwindet, ist die Krise perfekt. Uneigennützig ist hier niemand und es beginnt ein erbittert-komisches Spiel um Gefühle, Geld und Glück. Ein glückliches Ende kann es nur geben, wenn jede und jeder die Liebe findet – und das Geld in der Familie bleibt.

Molière malt in seiner Komödie von 1668 bereits ein scharfgezeichnetes Bild einer bürgerlichen Gesellschaft, in der jede und jeder immer noch mehr besitzen will. Die zeitlose Komik des Geizes verstärkt sich dadurch, dass in der Inszenierung von Barbara-David Brüesch aus dem geizigen Patron Harpagon eine Patronne wird und somit junge Männer statt junger Frauen zur lukrativen Heiratsbeute werden.

Molière, eigentlich Jean Baptiste Poquelin (1622–1673), zählt zu den bedeutendsten Dramatikern der Weltliteratur. Er begann ein Wanderleben als Schauspieler in der Provinz, konnte die Gunst Ludwigs XIV. gewinnen und spielte ab 1661 im Palais Royal. Er pflegte Freundschaften mit Racine, La Fontaine und Boileau. 1673 erlag er einem Anfall auf der Bühne während einer Vorstellung des «Eingebildeten Kranken». Zu seinen Werken gehören: «Die Schule der Frauen» (1662), «Der Misanthrop» (1666), «Der Geizige» (1667), «Tartuffe» (1669), «Der Bürger als Edelmann» (1670) und «Der eingebildete Kranke» (1673).
 
Barbara-David Brüesch, geboren in Chur, studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seit 2001 Inszenierungen an verschiedenen Häusern im In- und Ausland. In Deutschland u. a. am TiF/Staatsschauspiel Dresden, am Staatstheater Mainz, am Staatstheater Stuttgart. In Österreich am Schauspielhaus Graz, sowie mehrfach am Schauspielhaus Wien, in Koproduktio­nen mit den Wiener Festwochen, den Bregenzer Festspielen und der Ruhrtriennale. In der Schweiz u. a. an der Gessnerallee Zürich, am Theater Neumarkt, in Bern, Basel, Chur und Luzern sowie für die Schlossoper Haldenstein. Am Theater Kanton Zürich inszenierte Barbara-David Brüesch «Kabale und Liebe», «Die Möwe», «Nora oder Ein Puppenhaus», «Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone», «Endstation Sehnsucht», «Das Käthchen von Heilbronn» und «Die Mause-
falle». Seit der Spielzeit 2016/2017 ist sie Hausregisseurin am Theater St. Gallen. Dort inszenierte sie u. a. Shakespeares «Hamlet» und Ödön von Horvaths «Geschichten aus dem Wienerwald».
 
Regie: Barbara-David Brüesch
Bühne: Damian Hitz
Kostüme: Heidi Walter
Es spielen: Katharina von Bock, Michael von Burg, Julka Duda, Manuel Herwig, Stefan Lahr, Pit Arne Pietz, Andreas Storm, Miriam Strübel
Freilicht-Premiere: 15. Mai 2020

 

Nächste Aufführungen von «Der Geizige»

Freitag | 15. Mai 2020 | 20:30 Premiere

Stäfa | Platz Schulhaus Kirchbühl Stäfa

Ausweichspielstätte: Aula Obstgarten | Tränkebachstrasse 39 | Stäfa info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Samstag | 16. Mai 2020 | 20:30

Stäfa | Platz Schulhaus Kirchbühl Stäfa

Ausweichspielstätte: Aula Obstgarten | Tränkebachstrasse 39 | Stäfa info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Dienstag | 19. Mai 2020 | 20:30

Baden | Kurpark

Ausweichspielstätte: Nordportal | Schmiedestrasse 12 | Baden info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Mittwoch | 20. Mai 2020 | 20:30

Winterthur | Altstadt Kirchplatz
Tel. 052 212 14 42 |
info@tkz.ch

Ausweichspielstätte: Theater Kanton Zürich | Scheideggstrasse 37 | Winterthur-Grüze info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Freitag | 22. Mai 2020 | 20:30

Winterthur | Altstadt Kirchplatz
Tel. 079 671 81 38 |
reservation@8400-bva.ch

Ausweichspielstätte: Theater Kanton Zürich | Scheideggstrasse 37 | Winterthur-Grüze info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Samstag | 23. Mai 2020 | 20:30

Winterthur | Altstadt Kirchplatz
Tel. 052 212 14 42 |
info@tkz.ch

Ausweichspielstätte: Theater Kanton Zürich | Scheideggstrasse 37 | Winterthur-Grüze info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Sonntag | 24. Mai 2020 | 20:30

Winterthur | Altstadt Kirchplatz
Tel. 052 212 14 42 |
info@tkz.ch

Ausweichspielstätte: Theater Kanton Zürich | Scheideggstrasse 37 | Winterthur-Grüze info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Dienstag | 26. Mai 2020 | 20:00

Dübendorf | Kulturzentrum Obere Mühle
Vorverkauf: https://bit.ly/2tewSxC

Ausweichspielstätte: Pfarreizentrum Leepünt | Leepüntstrasse 14 | Dübendorf info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Donnerstag | 28. Mai 2020 | 20:30

Feuerthalen | Schulhausplatz Stumpenboden
Vorverkauf: Kein Vorverkauf. Freier Eintritt. |

Ausweichspielstätte: Mehrzweckhalle Stumpenboden | Erlenstrasse 4 | Feuerthalen info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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Freitag | 29. Mai 2020 | 20:30

Kleinandelfingen | Auf der Grille
Vorverkauf: Gratis-Tickets können bei den Gemeindeverwaltungen |

Ausweichspielstätte: Saal Hotel Löwen | Landstrasse 38 | Andelfingen info-telefonInfo ab 13 Uhr: Telefon 052 232 87 18

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