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Komödie im Dunkeln

von Peter Shaffer

Deutsch von Lüder Wortmann

BRINDSLEY  Du – gleich kommen Leute. 

Leg eine Platte auf. Am besten  etwas für deinen Vater. Was hört er denn gern?

CAROL  Der? Nichts, ausser Marschmusik.

BRINDSLEY  Das hätte ich mir denken  können... Warte, ich glaube, da hab ich was. Die unterste  Platte im Fach. 

CAROL  Der Musikzug der Coldstream  Guards.

BRINDSLEY  Ideal. Leg auf.

CAROL  Wo stellt man ihn an?

BRINDSLEY  Links, der unterste Knopf. Ja, der.  Lass uns beten. Lieber Gott,  mach, dass heute Abend alles  klappt. Mach, dass Mr. Godunow  meine Arbeiten mag und dass er was kauft. Mach, dass ich  Carols Vater, diesem Ungeheuer,  gefalle. Und lass meinen  Nachbarn Harold Gorringe  niemals herausfinden, dass wir  hinter seinem Rücken seine  kostbaren Möbel ausgeliehen  haben. Amen. (Ein lauter Marsch. Kaum hat er begonnen, bricht er ab, als stimme etwas mit dem  Strom nicht.)

BRINDSLEY  Verflucht! Kurzschluss.

Brindsley Miller, ein junger erfolgloser Bildhauer, lädt den russischen Kunstsammler Godunow, gemeinsam mit seinem zukünftigen Schwiegervater in seine Wohnung ein. Grosse Erwartungen sind mit diesem Abend verbunden. Godunow soll ihm ein Kunstwerk abkaufen und der Vater seiner Verlobten Carol soll sein Einverständnis zur geplanten Hochzeit geben. Um seinen Schwiegervater in spe zu beeindrucken, hat sich Brindsley Miller die wertvollen Möbel seines Nachbarn, der gerade in den Ferien weilt, heimlich ausgeliehen. Brindsley verdient als Künstler nicht viel, und so wollen er und Carol bei ihrem strengen Vater den Anschein von Wohlstand erwecken. Doch ein Stromausfall durchkreuzt alle Pläne. 

Peter Shaffer arbeitet mit einem genialen Trick: Nach einem Kurzschluss müsste die Bühne zwar eigentlich im Dunkeln liegen, doch die Lichtverhältnisse sind umgekehrt. Die Zuschauer sehen alle Ereignisse im hellen Tageslicht, während die Schauspieler so spielen müssen, als ob sie im Dunkeln tappen würden. Situationskomik und erhellende Missverständnisse sind das Resultat: Alle stolpern und stürzen. Gleichzeitig wähnen sie sich unsichtbar und somit unbeobachtet. So entstehen umwerfend komische Momente. Die Möbel werden in völliger «Dunkelheit» Stück für Stück wieder in die Wohnung des Nachbarn geschafft, als dieser unvermutet auftaucht; eine ängstliche Nachbarin und der reiche Kunstsammler müssen im Finstern umsorgt werden. Und dann taucht auch noch die ehemalige Geliebte von Brindsley auf, die die Situation schamlos für sich ausnutzt. 

Peter Shaffer 1926 in Liverpool geboren, arbeitete nach seinem Studium in Cambridge u. a. als Musikredakteur. Seinen Durchbruch als Dramatiker hatte er 1958 mit dem mehrfach ausgezeichneten Stück «Fünffingerübung». Seine Werke werden oft am National Theatre, London, uraufgeführt: u. a. «Die Jagd nach der Sonne» (1964), «Komödie im Dunkeln» (1965), «Equus» (1973), «Amadeus» (1979), «Jonadab» (1985). Für seine Dramen erhielt Shaffer mehrere Auszeichnungen wie den Evening Standard Award (1958) und den New York Drama Critics Circle Award (1960). Seine beiden bekanntesten Stücke, «Amadeus» (1979) und «Equus» (1973), wurden beide verfilmt und mit dem Tony Award für das beste Theaterstück ausgezeichnet. «Amadeus» wurde 1980 zum Broadway-Hit, für Milos Formans Film erhielt Peter Shaffer einen Oscar. 1993 erhielt Shaffer von der Universität Bath die Ehrendoktorwürde in Literaturwissenschaften. Shaffer lebte in London und New York. Er starb im Juni 2016 im Alter von 90 Jahren nach kurzer Krankheit während einer Reise in Irland.

Regie

Rüdiger Burbach

Bühne und Kostüme

Beate Fassnacht

Mit:

Joachim AeschlimannKatharina von BockMichael von BurgJulka DudaStefan LahrAndreas StormMiriam Wagner 

Premiere

24.01.2019

Spieldauer

ca. 1 Stunde 20 Minuten. Keine Pause

Nächste Vorstellungen

    Trailer zum Stück

    Pressezitate

    «Ein grosser Spass.» Der Landbote
    «Echt zum Brüllen.» St. Galler Tagblatt
    «Mit viel Verve inszeniert.» Tages-Anzeiger
    «Rüdiger Burbach inszeniert Shaffers erhellende Komödie um die Verlogenheit in Beziehungen als temporeiche Farce.» Ostschweiz am Sonntag
    «Grosse Situationskomik.» Der Landbote
    «Der Abend nimmt leicht und schnell Tempo auf und - das ist die grosse Leistung - hält dieses bis zum Ende mühelos durch.» St. Galler Zeitung
    «Ein grossartiges Ensemble.» Tages-Anzeiger